Solaranlage mit Speicher: Solarstrom auch am Abend nutzen
Eine Solaranlage mit Speicher hebt den Überschuss vom Mittag für den Abend und die Nacht auf. So nutzen Sie mehr von Ihrem eigenen Solarstrom und beziehen weniger aus dem Netz. Ob sich ein Batteriespeicher für Ihr Haus lohnt, hängt vor allem davon ab, wie viel Strom Sie abends brauchen.
Prime Solar plant und installiert Batteriespeicher im ganzen Kanton Bern, zusammen mit neuen Solaranlagen in der Region Bern oder zum Nachrüsten bestehender Anlagen.
Beispiel für einen sonnigen Septembertag: Solaranlage 10 kWp, Speicher 10 kWh, Haushalt mit Wärmepumpe für Warmwasser. Vereinfachte Rechnung, Ihre Werte hängen von Dach, Wetter und Verbrauch ab.
Batteriespeicher: das Wichtigste in Kürze
Ein Batteriespeicher kostete 2025 installiert rund CHF 586 pro kWh, ein typischer 15-kWh-Speicher also rund CHF 8’850. Für ein Einfamilienhaus reichen meist 5 bis 12 kWh. Ohne Speicher nutzt ein Haushalt 15 bis 30 % seines Solarstroms selbst, mit Speicher und Energiemanagement deutlich mehr. Gefördert werden Speicher im Kanton Bern nur in einzelnen Gemeinden, etwa in der Stadt Bern.
- CHF 586
- pro kWh kostete ein Heimspeicher 2025 installiert im Schnitt, 2024 waren es noch CHF 708 Swissolar, Batteriemonitor 2026
- 12 kWh
- durchschnittliche Grösse neuer Speicher in Schweizer Einfamilienhäusern 2024 Swissolar / BFE, Statistik Sonnenenergie
- 15–30 %
- des Solarstroms verbraucht ein Einfamilienhaus ohne Speicher selbst, mit Wärmepumpe, Energiemanagement und Speicher bis zu 80 % Swissolar (Fabio Giddey), Beobachter
- 27,7 Rp.
- zahlt ein typischer Haushalt 2026 im Median pro kWh Netzstrom. Für eingespeisten Solarstrom gibt es mindestens 6 Rp. ElCom, Strompreise 2026
- 90–95 %
- Systemwirkungsgrad von Lithium-Eisenphosphat-Speichern (LFP), der in der Schweiz verbreitetsten Bauart Swissolar, Merkblatt Nr. 13
- CHF 100
- pro kWh zahlt ewb für Speicher in der Stadt Bern. Bund und Kanton fördern Heimspeicher derzeit nicht Energie Wasser Bern, Förderprogramm
Stand Oktober 2026. Preise inklusive Material und Installation, Durchschnitt für einen 15-kWh-Speicher. Quellen: Swissolar-Batteriemonitor 2026, ElCom und Energie Wasser Bern.
Wann lohnt sich ein Batteriespeicher zur Solaranlage?
Ein Speicher lohnt sich vor allem, wenn Ihre Solaranlage tagsüber deutlich mehr Strom liefert, als Sie gleichzeitig brauchen, und Sie abends viel verbrauchen. Jede Kilowattstunde aus dem Speicher ersetzt Netzstrom, der 2026 im Median 27,7 Rp. ohne MWST kostet. Ins Netz eingespeist bringt dieselbe Kilowattstunde je nach Netzbetreiber und Quartal zwischen 6 und rund 11 Rp.
Seit 2026 richtet sich die Rückliefervergütung nach dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Einspeisung. Die BKW zahlte im zweiten Quartal 2026 6,00 Rp. pro kWh. Zudem dürfen Netzbetreiber die Einspeisung am Hausanschluss begrenzen, höchstens im Umfang von 3 Prozent der Jahresproduktion. Diesen Strom kann ein Speicher aufnehmen.
Wie gross die Solaranlage selbst sein sollte, erklären wir bei der Planung einer Solaranlage fürs Einfamilienhaus.
So rechnen Sie die Amortisation grob nach
Investition (Strompreis − Rückliefervergütung) × nutzbare Kapazität × Vollzyklen pro Jahr
Formel aus dem Swissolar-Merkblatt Nr. 13, ohne Zins und Unterhalt. Swissolar rechnet mit 250 Vollzyklen pro Jahr. Für einen ersten Vergleich von Offerten reicht das.
Gute Voraussetzungen für einen Speicher
- Sie brauchen abends und nachts viel Strom, etwa zum Kochen, Waschen oder für die Wärmepumpe.
- Ihre Solaranlage produziert übers Jahr mehr Strom, als Sie verbrauchen.
- Ihr Netzbetreiber vergütet eingespeisten Strom tief oder begrenzt die Einspeisung.
- Sie möchten bei einem Stromausfall wichtige Geräte weiter betreiben.
Diese Schritte kosten wenig und kommen zuerst
- Warmwasser mit der Wärmepumpe kurz nach Mittag aufheizen.
- Das E-Auto laden, wenn die Sonne scheint, mit einer Ladestation, die mit Solarüberschuss lädt.
- Geschirrspüler und Waschmaschine tagsüber laufen lassen.
Das empfiehlt EnergieSchweiz, bevor ein Batteriespeicher dazukommt. Der Speicher übernimmt danach vor allem den Abend und die Nacht.
Wie gross muss der Stromspeicher für ein Einfamilienhaus sein?
Für ein Einfamilienhaus reichen meist 5 bis 12 kWh nutzbare Kapazität. Swissolar nennt zwei Faustregeln: etwa 1 kWh Speicher pro 1’000 kWh, die Ihre Solaranlage im Jahr produziert, und etwa 1 kWh pro 1’000 kWh, die Sie im Jahr verbrauchen. Der kleinere Wert ist eine sinnvolle Grösse.
Ein grösserer Speicher wird im Winter selten voll. EnergieSchweiz rechnet mit 50 bis 75 Prozent des täglichen Strombedarfs. Achten Sie in Offerten auf die nutzbare Kapazität: Ein Speicher mit 5 kWh Nennkapazität und 90 Prozent Entladetiefe stellt 4,5 kWh bereit.
Ihre Angaben
Annahmen: 250 Vollzyklen pro Jahr, 90 Prozent Wirkungsgrad, Netzstrom 27,7 Rp. (ElCom-Median 2026), Rückliefervergütung 6 bis 11 Rp.
Sinnvolle Speichergrösse
5kWh
nutzbare Kapazität · Ihr Verbrauch bestimmt die sinnvolle Grösse.
- Strom aus dem Speicher
- rund 1’150 kWh pro Jahr
- Gesparte Stromkosten
- CHF 190 bis 250 pro Jahr
Teilen Sie den Preis aus Ihrer Offerte durch die gesparten Stromkosten: Das ergibt die Amortisation in Jahren, ohne Zins. Die genaue Grösse legen wir mit Ihren Verbrauchsdaten fest.
Speicher prüfen lassenWas kostet ein Batteriespeicher in der Schweiz?
Ein Batteriespeicher kostete 2025 installiert im Schnitt CHF 586 pro kWh. Für einen typischen 15-kWh-Speicher sind das rund CHF 8’850 inklusive Material und Arbeit. Kleinere Speicher kosten pro kWh mehr, weil Wechselrichter, Montage und Anschluss einen festen Anteil am Preis haben.
Was die ganze Anlage mit Modulen, Gerüst und Elektroarbeiten kostet, zeigt unsere Übersicht der Kosten einer Solaranlage mit Speicher.
Durchschnitt inklusive Material und Arbeit. Quelle: Swissolar, Batteriemonitor 2026, nach BFE-Preisbeobachtung und Mitgliederumfrage.
Davon hängt der Preis ab
- Grösse und Bauart
- Nutzbare Kapazität, Zellchemie und ob sich der Speicher später mit weiteren Modulen erweitern lässt.
- AC oder DC
- Ein AC-Speicher bringt einen eigenen Wechselrichter mit. Ein DC-Speicher nutzt den Hybridwechselrichter der Anlage.
- Notstromfunktion
- Umschalter und separate Notstromkreise kosten zusätzlich.
- Montageort
- Leitungswege, Platz im Technikraum und der Zustand des Zählerplatzes.
Förderung für Batteriespeicher im Kanton Bern
Stadt Bern: Beitrag von ewb
CHF 100 pro kWh für Speicher von 4 bis 50 kWh, darüber pauschal CHF 5’000. Das Gesuch muss vor Installationsbeginn eingehen. ewb.ch
Ihre Gemeinde
Einzelne Gemeinden und Energieversorger fördern Speicher mit eigenen Programmen. Welche das sind, zeigt energiefranken.ch nach Postleitzahl.
Bund und Kanton
Für Heimspeicher gibt es derzeit keine Förderung von Bund oder Kanton Bern. Die Einmalvergütung von Pronovo gilt für die Solaranlage , mehr dazu bei den Förderbeiträgen für Solaranlagen im Kanton Bern .
Speicher nachrüsten: geht das bei bestehenden Anlagen?
Ja, die meisten bestehenden Solaranlagen lassen sich mit einem Batteriespeicher ergänzen. Bei älteren Anlagen ist ein AC-gekoppelter Speicher meist die einfachere Lösung: Er hat einen eigenen Wechselrichter und arbeitet unabhängig vom bestehenden. Steht ohnehin ein neuer Wechselrichter an, passt auch ein Hybridwechselrichter mit DC-Speicher.
AC-gekoppelt
Der Speicher hängt mit eigenem Batteriewechselrichter am Hausnetz. Passt zu fast jeder bestehenden Anlage und bietet die grösste Auswahl. Durch die zusätzliche Umwandlung geht etwas mehr Energie verloren.
Typisch beim NachrüstenDC-gekoppelt (Hybrid)
Module und Batterie teilen sich einen Hybridwechselrichter. Weniger Geräte und geringere Verluste. Passt zu neuen Anlagen oder wenn der alte Wechselrichter ersetzt wird.
Typisch bei neuen AnlagenSo läuft das Nachrüsten ab
- 01
Daten prüfen
Wir lesen Produktion und Verbrauch aus Ihrem Monitoring oder der Stromrechnung und legen die Grösse fest.
- 02
Technik und Platz prüfen
Wechselrichter, Zählerplatz und Aufstellort. Ein LFP-Speicher mit 10 kWh wiegt rund 170 kg und arbeitet am besten bei 10 bis 25 °C.
- 03
Anmelden
Wir melden den Speicher beim Netzbetreiber an. In der Stadt Bern reichen wir vor Installationsbeginn das Fördergesuch bei ewb ein.
- 04
Einbauen und einstellen
Montage, Anschluss und Sicherheitsnachweis, danach stellen wir das Energiemanagement auf Ihren Verbrauch ein.
Technische Angaben: Swissolar, Merkblatt Nr. 13 «Planung und Installation von stationären Batteriespeichern».
Notstrom und Ersatzstrom: was ein Speicher bei Stromausfall kann
Ohne Zusatzfunktion schaltet sich eine Solaranlage mit Speicher bei einem Stromausfall ab. Das schützt Personen, die am Netz arbeiten. Mit einer Notstrom- oder Ersatzstromfunktion trennt sich das Haus vom Netz, und der Speicher versorgt ausgewählte Stromkreise oder die ganze Installation weiter.
Die Funktion kostet zusätzlich, und die Leistung des Wechselrichters begrenzt, was gleichzeitig laufen kann. Welche Geräte im Notbetrieb laufen und wie lange, besprechen wir vor dem Entscheid. Für die Feuerwehr wird das Notstromsystem am Hausanschlusskasten beschriftet.
Ohne Notstromfunktion
Fällt das Netz aus, schalten Wechselrichter und Speicher automatisch ab. Kommt der Strom zurück, läuft die Anlage von selbst wieder an.
Notstromsteckdose oder -kreis
Einzelne Geräte wie Kühlschrank, Heizungssteuerung, Router und etwas Licht bleiben in Betrieb. Das ist die einfachste Lösung.
Ersatzstrom für das Haus
Ein Umschalter trennt das Haus vom Netz, der Speicher übernimmt die Versorgung. Je nach System lädt die Solaranlage tagsüber nach. Beim Umschalten kann es einen kurzen Unterbruch geben.
Häufige Fragen zum Batteriespeicher
Antworten zu Lebensdauer, Grösse, Preis, Förderung und Bewilligung von Batteriespeichern im Kanton Bern.
Ihre Frage ist nicht dabei?
Schreiben Sie uns kurz über das Anfrageformular. Wir beantworten Fragen zu Ihrer Anlage gerne persönlich.
Frage stellenLithium-Eisenphosphat-Speicher sind auf rund 4’000 Vollzyklen ausgelegt, und viele Hersteller garantieren mindestens 80 % nach 10 Jahren Restkapazität. Bei etwa 250 Vollzyklen pro Jahr entspricht das rund 15 Jahren. Für Wechselrichter gelten oft kürzere Garantien. Massgebend sind die Garantiebedingungen im Datenblatt des Herstellers.
Ein 10-kWh-Speicher stellt je nach Entladetiefe rund 9 kWh bereit. Ein Haushalt mit 4’500 kWh Jahresverbrauch braucht im Schnitt gut 12 kWh pro Tag, ein grosser Teil davon am Abend und in der Nacht. Im Sommerhalbjahr reicht ein voller 10-kWh-Speicher deshalb meist vom Abend bis zum nächsten Morgen. Im Winter wird er an trüben Tagen oft nicht voll.
Mit dem Schweizer Durchschnittspreis 2025 von CHF 586 pro kWh kommt ein 20-kWh-Speicher installiert auf etwa CHF 11’700. Eine Notstromfunktion und lange Leitungswege kosten zusätzlich. Für ein Einfamilienhaus sind 20 kWh meist mehr als nötig, sinnvoll sein kann diese Grösse mit Wärmepumpe, E-Auto und einer grossen Solaranlage.
Die Preise sinken seit Jahren: 2024 kostete eine kWh Speicher installiert im Schnitt CHF 708, 2025 noch CHF 586 (Swissolar). Analysten von BloombergNEF erwarten für 2026 weiter sinkende Batteriepreise. Kurzfristig können Lieferketten und Handelsregeln die Preise auch anheben, etwa weil China Exportvergünstigungen abbaut.
Bund und Kanton Bern fördern Heimspeicher derzeit nicht, die Einmalvergütung von Pronovo gilt nur für die Solaranlage. In der Stadt Bern zahlt ewb CHF 100 pro kWh für Speicher von 4 bis 50 kWh, das Gesuch muss vor Installationsbeginn eingehen. Einzelne Gemeinden haben eigene Programme, eine Übersicht bietet energiefranken.ch.
Für einen Speicher im Keller, im Technikraum oder in der Garage reicht in der Regel die Anmeldung beim Netzbetreiber mit dem technischen Anschlussgesuch. Stationäre Speicher ausserhalb von Gebäuden gelten meist als Bauten und brauchen eine Baubewilligung. Die Anmeldung beim Netzbetreiber übernehmen wir.
Ja, wenn Auto und Ladestation bidirektionales Laden unterstützen. In der Schweiz ist der Betrieb als Hausspeicher (Vehicle to Home) erlaubt, die Ladestation wird mit dem technischen Anschlussgesuch beim Netzbetreiber angemeldet. EnergieSchweiz empfiehlt diese Lösung vor einem zusätzlichen Hausspeicher, weil Autobatterien viel Kapazität haben. Bisher können das erst einzelne Fahrzeugmodelle.
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